Science-Fiction : Eisenthron

Eisenthron


Goldstück - Lange muss man suchen, durch tiefe Täler und eisige Höhen schreiten um dann endlich das Highlight der modernen Fantasy zu finden.Der Weg war lang und steinig. Angefangen habe ich vor vielen Jahren mit Terra Fanstay Romanen (ob die überhaupt noch jemand kennt), Autoren wie R. E. Howard und vielen anderen. Dann über Tolkien bis hin zur modernen Fantasy mit Tad Williams und seinem Drachenbeinthron. Nichts hat mich mehr begeistert als George R. R. Martins Lied vom Eis und Feuer. Spät bin ich dazugekommen und ehrlich gesagt auch nur durch Empfehlungen in Foren habe ich letzlich den Mut gefasst und mir doch Die Herren von Winterfell zugelegt. Leider habe ich die schlechte Angewohnheit mich von schlechten Covern und schnöden Klappentexten abschrecken zu lassen und so bin ich jahrelang an George Martin achtlos vorbeimarschiert. Seis drum, anderseits hat es mir auch jahrelanges Warten auf Neues aus Westeros erspart. Denn nach dem ersten Band, den ich noch mit gewisser Skepis gelesen habe, hat mich das Martinsche Fieber erfasst und ich habe die Folgebände begeistert gelesen. Aber warum nun gerade Martin und seine harte, kalte Rittergeschichte mit Fantasyeinschlag?.Nun, wahrscheinlich liegt es wirklich daran, dass ich im Laufe meines bewegten Fantasylebens zu viele Helden auf prächtigen Rössern, die nach Abschluss ihrer mehr oder weniger spannenden Abenteuer ins Abendrot ritten und nebenbei noch die kesse Königstochter/Abenteuerin/Kriegerin abstaubten, überdrüssig geworden bin. Und sie lebten glücklich bis an Ende ihr Tage ... bla, bla. Davon und von geretteten Einhörnern hatte ich einfach genug. Genug hatte ich auch von Hobbits und Gandalfen in vielfacher Ausführung. Genug hatte ich von Ende gut, alles gut. Diesen vorhersagbaren Geschichten konnte ich nichts mehr abgewinnen... und als Rettung nahte George Martin.Martin geht nicht zauderlich mit seinen scheinbaren Helden um. Charaktere ändern sich und ihr Verhalten, wenn sie denn die Zeit dazu haben und den nächsten Band überstehen. Martin verspricht keine heile Welt und er gönnt seinem Leser auch nicht die kleinste Hoffnung auf ein Happy-End.Und ehrlich gesagt: Ich will auch gar keines. Mir sind diese Figuren lieber, diese Figuren leben, diese Figuren lieben und sie sterben ziemlich schonungslos. Manche müssen sogar pinkeln.Es gibt einfach keine Garantien bei Martin. Und es gibt auch kein Frodo wird den Ring vernichten-Szenario oder eine Finde die Schwerter und bekämpfe das Böse-Aufgabe oder aber die Wir gründen eine gemischte Heldengruppe, opfern einen, aber der Rest wird es schon schaffen-Therapiegruppe.Bei Martin kämpft jeder ums überleben und das mit seinen Mitteln. Verstand oder Schwert, List oder Herz. Alles kann tödlich enden und darum bleibt es spannend. Wer George Martin als Gute-Nacht-Geschichte liest, wird beim wegdämmern einiges überlesen. Aber keine Angst: Martin vergisst nichts und hält die Fäden seiner Geschichte sicher in der Hand. Zunächst Nebensächliches bekommt später große Bedeutung. Gewonnene Schlachten kehren sich um in Niederlage und Schmerz.... EISENTHRON, in der vorliegenden Fassung ist ein Goldstück im wahrsten Sinn des Wortes. Endlich, wie ursprünglich im englischen Orginal, werden die Bände wieder zusammengfasst und in einer überarbeiteten Fassung herausgegeben. Covergestaltung, Satz und Inhalt passen gut zueinander. Es macht einfach Spass das Buch in der Hand zu halten (zweimal mehr, wenn man eine der von George R. R. Martin handsignierten Ausgaben ergattern konnte, wenn auch nicht völlig schmerzfrei, die Bücher sind mittlerweile sehr begehrt und teuer.(Hehe ich Glückspilz))...Fazit: Sollte man wirklich wert auf hervorragende High-Fantasy legen und und das passende Kleingeld gerade übrig haben, kann ich diese Ausgabe wirklich nur empfehlen. Ein Sammlerstück wie es im Buche steht. Jedesmal wenn ich in meinen Bücherschrank schaue, schwillt mein Herz ein bisschen an. Nach all den Tälern die ich im Fantasybereich durchwandert habe, blicke ich nun von Gipfel auf das was nachkommt. Das Nächstliegende was ich erkennen kann, ausser natürlich den Folgebänden KÖNIGSFEHDE und SCHWERTGEWITTER von George R. R. Martin, ist ein gewisser Steven Erikson. Aber der schreibt eine andere Geschichte.

Bemerkenswert - Nachdem ich auf anderen Fantasy-Sites (Rad der Zeit) nur Gutes zum Lied von Eis und Feuer gehört hatte, sprich, es wurde absolut über den grünen Klee gelobt, beschloss ich, mir die Wartezeit zum 30. RdZ-Band zu verkürzen und in einen anderen Zyklus reinzuschnuppern. Was habe ich erwartet? Ein hoffentlich ganz ordentliches Buch, klar. Was habe ich gefunden? Das mit Abstand BESTE Fantasy-Werk, seit dem Herrn der Ringe!!!Dabei kann man LvEuF kaum mit dem HdR vergleichen, anders gesagt, hier findet man keine märchenhaft schöne Welt, keine klare Trennung in Gut und Böse.Es ist eine wirklich gute Darstellung einer mittelalterlichen Welt, mit Schmutz, Düsternis, höfischen Intrigen, und eben auch den menschlichen Bedürfnissen, vorsichtig ausgedrückt.Zugegeben, ich habe noch in keinem Fantasy-Buch so häufig Sexuelles gelesen, und hier zum ersten mal das Wort, das mit f beginnt und mit icken endet. Dies gibt dem Buch diese gewisse Derbheit, die ihm m.E. seine glaubhafte Wucht verleiht, von Lesern, die eine märchenhaft schöne Welt erwarten (weil sie ansonsten einen historischen Roman a la Säulen der Erde lesen könnten) womöglich aber abgelehnt wird.Auch deutet Eisenthron (die dt. Fassung der engl. Originalausgabe, im TB in zwei Teile zerstückelt) die Fantasy-Elemente erstmal nur an, es liest sich tatsächlich wie ein historischer Roman.Das tut dem Lesespaß aber nicht den geringsten Abbruch, denn die Chars sind so großartig dargestellt - m.E. DER Aspekt, der das Buch so erstklassig macht. Eddard Stark, der quasi aus Ehrenhaftigkeit besteht und dem diese seine Ehre zum Untergang gereicht, seine Tochter Sansa, die förmlich selbst in einer klassischen Fantasy-Welt voll von edlen Rittern und dergleichen mehr lebt, daraus aber böse erwachen muss, sein Sohn Bran, der mit seiner Verkrüppelung zurechtkommen muss, und, und, und.Als kleinen, negativen Aspekt, der aber mehr der dt. Übersetzung zuzuschreiben ist, sehe ich das zu starke Beibehalten englischer Begriffe in der deutschen Fassung. Dass aus Mylord nicht mein Herr wird, das ist noch im Rahmen, doch hätte man gewisse Namen und Titel ins Deutsche übertragen können. Z.B. Lord Commander oder Ice (Starks Schwert).Letztlich fällt dies nicht wirklich ins Gewicht.Wie die Drachen im weiteren Verlauf dargestellt werden, bleibt abzuwarten. Eigentlich bin ich der Ansicht, es gebe schon genug Fantasy-Werke mit Drachen, aber das kann ich (noch) nicht beurteilen.Nichtsdestotrotz, ich habe noch nie so bereitwillig 5 Sterne vergeben. Das Rad der Zeit, die beiden Eddings-Zyklen, sie verblassen daneben.Kurzum: Lest es! Ihr werdet es nicht bereuen.

Kleine Fehler - Gerade habe ich Eisenthron ausgelesen und stimme allen Rezensenten zu, dass hier ein toller Fantasyzyklus gestartet wurde. Die große Vielfalt an sehr lebendigen Charakteren, durch deren Augen man die Geschichte aus vielen verschiedenen Blickwinkeln erlebt, ermöglichen ein besonders gutes Eintauchen und Miterleben. Einen kleinen Minuspunkt möchte ich jedoch der Sammlerausgabe geben, weil mir beim Lesen doch einige orthographische Fehler aufgefallen sind und teilweise Namen anders geschrieben wurden (z. B. wechselt von Kapitel zu Kapitel ein Name von Belric zu Beric und wieder zurück). Bei der Fülle an Personen ist das schon verständlich, aber eben deshalb kann es zu Verwirrungen führen. Es sind nur Kleinigkeiten, aber bei einer teuren Sammlerausgabe hätte ich das eher nicht erwartet. Das ändert natürlich nichts an der Qualität des Textes an sich.

Großartige Ausgabe eines großartigen Buches! - G.R.R. Martins Lied von Eis und Feuer ist wohl unbestritten das überzeugendste Fantasy-Epos seit dem Herrn der Ringe. Wunderbare Figuren, großartig charakterisiert, eine herrliche und überzeugende Welt, epische-gewaltig, berauschend bildhaft. Ein Muss für jeden Fantasy-Fan. Hier die limitierte Sonderausgabe des ersten Teils A Game of Throns, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

Fast vergriffen! - Eine Nachfrage beim Verlag hat mich darüber informiert, dass die bestehende Auflage von 1000 Exemplaren fast vergriffen ist und es auch keinen Nachdruck geben wird, da es sich ja um eine limitierte Sammleredition handelt. Daher sollte jeder, der dieses Buch noch nicht besitzt, schnellstens zugreifen!Wie schon bemerkt, hat diese Saga in dieser Ausgabe endlich die Form erhalten, die ihr gebührt! Eine wahnsinnig packende Geschichte - meiner Meinung nach Beste, was es in Sachen Fantasy momentan überhaupt gibt! Sicher, das Buch ist nicht billig - aber wenn man bedenkt, dass die entsprechenden zwei Taschebücher (denn hier sind ja zwei TB in einem Hardcover zusammengefasst) schon die Hälfte kosten, erscheint es nicht mehr so überteuert.




Eisenthron